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Historisches Prager Jesuskind – Feine Klosterarbeit mit Wachskopf (um 1880)

Historisches Prager Jesuskind – Feine Klosterarbeit mit Wachskopf (um 1880)

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Kostbares Zeugnis alpenländischer Kloster- und Andachtskunst: Bekleidetes Jesuskind mit fein gefasstem Wachskopf, prachtvoller Krone und reich verzierter Gewandung aus vergoldeten Bouillon- und Lahnfäden.**

Diese eindrucksvolle Skulptur des segnenden Jesuskindes (nach dem Vorbild des Prager Jesulein) verkörpert die andächtige Meisterschaft historischer Klosterarbeiten des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Die Figur steht auf einem getreppten, goldgefassten Rundsockel und hält in der linken Hand ein reich geschmücktes Kreuzszepter, während die rechte Hand zum Segensgestus erhoben ist.

Besonders hervorzuheben ist das überaus dichte, handwerklich meisterhaft ausgeführte Gewand: Es besteht vollständig aus plastisch gelegten leonischen Drähten, Fransenborten, gewellten Kantillen und filigranen Metallgespinsten, akzentuiert durch feine Perlen und farbige Schmucksteine.

Kunsthandwerkliche Details & Besonderheiten

Kopf & Inkarnat: Aus feinem Wachs gearbeiteter Kopf mit zart staffierter Fassung, ausdrucksvollen Glasaugen und blond gelocktem Echthaar bzw. feinem Flachshaar. Die Gesichtszüge strahlen kindliche Milde und sakrale Würde aus.

Klosterarbeit & Gewandfassung: Das prunkvolle Festkleid (Glockenmantel) sowie die aufragende Zackenkrone wurden in aufwendiger Klausurarbeit aus vergoldeten Drähten (Bouillon, Lahn und Zierkordeln) gearbeitet. Den Saumabschluss bildet eine schwere, plastische Fransenborte aus gefedertem Goldlahn.

Attribute. In der Hand hält die Figur ein hohes Kreuz als Herrschafts- und Erlösungszeichen, das ebenfalls vollständig mit feinem Golddrahtgeflecht und Ziersteinen umwunden ist.

Sockel: Runder, profilierter Holz- oder Stucksockel mit goldener Fassung und umlaufender Borte aus getriebener Metallspitze bzw. Posamentenborte.

Details & Maße

* **Objekt:** Bekleidetes Jesuskind / Prager Jesulein (Klosterarbeit)
* **Entstehungszeit:** Um 1880 (Historismus / Spätbiedermeier-Tradition)
* **Materialien:** Wachs (Kopf/Hände), Glasaugen, Textilkorpus, leonischer Gold- und Silberdraht (Bouillon/Kantillen), Schmucksteine, Glasperlen, Holzsockel
* **Zustand:** Guter, authentischer Erhaltungszustand mit wunderbarer, altersgemäßer Patina. Das Drahtgespinst ist fest und substanziell erhalten; das Wachsinkarnat zeigt eine harmonische Alterstönung ohne grobe Beschädigungen.
* **Maße:** 
  * **Gesamthöhe:** ca. 34 cm
  * **Sockeldurchmesser:** ca. 14 cm

Sammlerwert & Einordnung

Figürliche Klosterarbeiten dieser Größe und Geschlossenheit sind gesuchte Objekte für Sammler sakraler Volkskunst und klösterlicher Textil- und Metallarbeiten. Als privates Andachtsbild – traditionell unter einem Glassturz (Glaskolben) präsentiert – entfaltet dieses Gnadenkind im Raum eine erhabene, warme Ausstrahlung und verbindet tiefe Frömmigkeitsgeschichte mit meisterhafter barocker Handwerkstradition.

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