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Seltenes orthodoxes Vortragskreuz und Segenskreuz aus Holz (um 1850)

Seltenes orthodoxes Vortragskreuz und Segenskreuz aus Holz (um 1850)

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Authentisches Zeugnis osteuropäischer Ikonen- und Sakralkunst: Beidseitig handbemaltes Segens- und Vortragskreuz aus geschnitztem Holz, geschaffen um die Mitte des neunzehnten Jahrhunderts.

Dieses ausdrucksstarke Zeremonienkreuz diente in der orthodoxen Liturgie sowohl als Hand- und Segenskreuz des Priesters als auch als Prozessions- und Vortragskreuz bei feierlichen Gottesdiensten. Es besticht durch seine aufwendige Vierpassform mit profilierter Randung und die beidseitige, theologische Ikonenmalerei in traditioneller Eitempera-Technik auf Kreidegrund.

Ikonografie und Gestaltung

Vorderseite: Die Kreuzigung Christi
Im Zentrum des Kreuzstammes steht die Darstellung des gekreuzigten Erlösers. Die vierpassförmigen Enden der Kreuzarme zeigen die traditionellen Assistenzfiguren der Passion:
- Linker und rechter Kreuzarm: Die trauernde Gottesmutter Maria und der Apostel Johannes.
- Oberes Medaillon: Der eucharistische Kelch mit Engeln.
- Unteres Medaillon: Die Grablege beziehungsweise die Schädelstätte Golgatha.

Rückseite: Die Taufe Christi im Jordan (Theophanie)
Die Gegenseite zeigt das Fest der göttlichen Erscheinung:
- Zentrum: Christus stehend im Wasser des Jordan.
- Oberes Medaillon: Der Heilige Geist in Gestalt einer herabsteigenden Taube.
- Flankierende Medaillons: Johannes der Täufer bei der Spendung der Taufe sowie anbetende Engel, begleitet von historischen kyrillischen Beischriften.

Handwerkliche Ausführung und Handhabung

Das Kreuz wurde aus massivem Hartholz geschnitzt und besitzt an den Endungen gedrechselte Zierknäufe. Am unteren Ende geht der Kreuzstamm in einen ergonomisch ausgearbeiteten Balustergriff über, der mit einem kugeligen Wulst und kontrastreicher Fassung versehen ist. Der Griff erlaubte dem Priester das erhabene Vorantragen während der Prozession sowie das Darreichen des Kreuzes zum Segenskuss der Gläubigen.

Objektdaten und Maße

- Objekt: Orthodoxes Segenskreuz / Vortragskreuz / Handkreuz
- Datierung: Um 1850 (Mitte des neunzehnten Jahrhunderts)
- Herkunft: Südosteuropa / Balkanraum / Russland
- Technik: Eitempera auf kreidegrundiertem Hartholz, Blattmetallauflagen
- Zustand: Unberührter, historisch gewachsener Originalzustand mit bemerkenswerter Alterspatina. Farbberieb und zarte Krakelee-Bildung belegen den jahrzehntelangen liturgischen Gebrauch. Holzsubstanz fest und stabil.
- Höhe: ca. 28 cm
- Breite: ca. 17 cm
- Tiefe: ca. 4 cm

Sammlerwert und Einordnung

Beidseitig bemalte Holzkreuze dieser Epoche sind gesuchte Raritäten für Sammler von Ikonen, Ostkirchenkunst und früher Volksfrömmigkeit. Durch die Darstellung der beiden zentralen christlichen Heilsereignisse (Theophanie und Erlösungstod) vereint dieses Vortragskreuz eine enorme theologische Tiefe mit der warmen Ausstrahlung gelebter Geschichte.

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