Windora
Paar seltene Gruft-Musterköpfe / Beinschädel-Modelle – Datiert 1784 & 1827
Paar seltene Gruft-Musterköpfe / Beinschädel-Modelle – Datiert 1784 & 1827
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In den alpinen Regionen des Salzkammerguts, Bayerns und Tirols entwickelte sich über Jahrhunderte ein einzigartiger Totenkult: Aufgrund des akuten Platzmangels auf kleinen Gebirgsfriedhöfen wurden Gebeine nach Jahren exhumiert, gebleicht und in Beinhäusern pietätvoll aufgebahrt. Um das Gedenken an die Ahnen lebendig zu halten, bemalten spezialisierte Fassmaler die Stirnen der Schädel mit Kränzen, Kreuzen, Namen und Sterbedaten.
Bei diesem bemerkenswerten Paar handelt es sich um sogenannte Musterköpfe (Vorlagemodelle). Solche skulpturalen Holzmodelle dienten Malern und Werkstätten als dreidimensionale Muster und Entwurfsvorlagen, um Hinterbliebenen die möglichen Ornamente und Schriftzüge zur Auswahl vorzulegen:
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Der barocke Typus (datiert 1784):
Geprägt von einer archaischen, kraftvollen Symbolik des 18. Jahrhunderts. Die Schädelkalotte zeigt ein markantes, schwarzes Tatzenkreuz mit stilisierten Strahlenelementen, flankiert von floralen Akzenten und der Jahreszahl 1784. Ein eindringliches Zeugnis barocker Vergänglichkeitsmahnung.
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Der biedermeierliche Typus (datiert 1827 / Jakobus Lind):
Ausgeführt im typischen Geist des frühen 19. Jahrhunderts. Geschmückt mit einem feingliedrigen Kranz aus Lorbeer, Eichenlaub und roten Beeren – Symbolen der Auferstehung, des ewigen Friedens und des Sieges über den Tod. Über dem Kranz findet sich die kalligraphische Widmung „Jakobus Lind / 1827“.
Beide Köpfe sind meisterhaft und anatomisch überzeugend aus Holz geschnitzt, mit einer hellen Kreidegrundierung versehen und kunstvoll von Hand bemalt. Die feine Alterscraquelierung, minimale Beriebspuren und die gewachsene Tönung verleihen den Skulpturen eine unvergleichliche Aura.
Ein rares, museales Ensemble für passionierte Sammler sakraler Volkskunst, Memento-Mori-Artefakte und historischer Kuriositätenkabinette.
Details & Maße
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Objektart: Paar Gruft-Musterköpfe / Miniatur-Totenschädel (Entwurfs- und Vorlagearbeiten für Beinhaus-Bemalung)
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Epoche / Datierung: 1784 (Spätbarock) & 1827 (Biedermeier)
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Material: Holz geschnitzt, gekreidet, polychrom handbemalt und beschriftet
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Motive / Beschriftung:
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Kopf 1: Strahlenkreuz, Barockornament, datiert 1784
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Kopf 2: Biedermeier-Blätterkranz mit Beeren, bez. „Jakobus Lind / 1827“
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Länge: je ca. 9 cm sowie Breite 7 cm sowie Höhe 8 cm
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Zustand: Sehr schöner, authentischer Erhaltungszustand mit originaler Fassung, altersgemäßem Krakelee und herrlicher Alterspatina. Keine groben Fehlstellen oder Beschädigungen.
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